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| Bei manchen Leuten führt der Anblick von
Ärzten zu erhöhtem Blutdruck |
Erhöhte Blutdruckwerte in der Arztpraxis
sind nicht immer ein Indiz für eine Hypertonie. Erst mit Hilfe
einer Langzeit- oder Heimmessung kann eine gesicherte Diagnose gestellt
werden.
Ein Phänomen, das bei jedem fünften Patienten
auftritt, ist die so genannte Weißkittelhypertonie (white
coat hypertension, kurz: WCH): Wenige Minuten nachdem ein Patient
die Arztpraxis betreten hat, steigen seine Blutdruckwerte. Das ist
bereits dann der Fall, wenn noch gar kein weißer Kittel in
Sicht ist. Selbst bei wiederholten Blutdruckmessungen innerhalb
des Arztbesuchs bleiben die Blutdruckwerte in der Regel erhöht.
Die Ursachen für diesen Praxishochdruck sind noch nicht geklärt.
Vermutlich sind sie auf die besondere Anspannung des Patienten und
gesundheitsbedingte Ängste zurückzuführen.
Besteht der Verdacht, dass die Blutdruckwerte ausschließlich
beim Arztbesuch erhöht sind, ist es ratsam, mehrfache häusliche
Selbstmessungen vorzunehmen oder vom Arzt eine 24-Stunden-Messung
durchführen zu lassen. Das gibt Arzt und Patient Aufschluss
darüber, ob tatsächlich eine Hypertonie vorliegt. Nach
den Definitionen der Hochdruckliga gilt als Hypertoniker, wer in
der 24-Stunden-Messung folgende Werte überschreitet:
- 24-Stunden-Mittelwert: 130 / 80 mmHg
- Tagesmittelwert: 135 / 85 mmHg
- Nachtmittelwert: 120 / 70 mmHG
Oftmals stellt sich bei einer ambulanten Langzeitmessung
heraus, dass die Blutdruckwerte des Patienten eher unauffällig
sind. Einer britischen Studie zufolge waren die in der Arztpraxis
gemessenen Werte im Vergleich mit einer 24-Stunden-Messung im Schnitt
um 18,9 mmHg systolisch und 11,4 mmHg diastolisch höher. Liegt
eine Weißkittelhypertonie vor, ist eine medikamentöse
Behandlung möglicherweise gar nicht nötig. Da sich jedoch
aus Praxishochdruck auch eine dauerhafte Hypertonie entwickeln kann,
sollten die Betroffenen beeinflussbare Risikofaktoren für Bluthochdruck
wie Rauchen, Übergewicht, Bewegungsmangel minimieren.
Dass die Weißkittelhypertonie aber dennoch
sehr ernst genommen werden muss, zeigt eine italienische Studie:
Bei Praxishypertonikern war die linke Herzkammer vergrößert
und deren Wände waren dicker als bei Menschen mit normalen
Blutdruckwerten. Somit stellt auch vorübergehender Bluthochdruck
einen Risikofaktor für Herz und Gefäße dar. Anhand
engmaschiger Blutdruckkontrollen muss der Arzt individuell entscheiden,
ob und wann eine medikamentöse Therapie erforderlich ist.
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