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Bluthochdruck kommt nicht allein

Gefäße verschlossen: Herz und Blutdruck in Not

© teleDesign

Hoher Blutdruck ist eine „schleichende“ Erkrankung, die selten alleine auftritt; sie kann im Verlauf viele weitere Krankheiten nach sich ziehen.

Unbehandelter Bluthochdruck löst auf Dauer eine Kettenreaktion aus: Der ständig überhöhte Blutdruck führt zu einem hohen und schnellen Verschleiß der Schlagadern. Die Folge davon: Die Innenhaut der Gefäße wird rau und rissig. Deshalb können sich dort vermehrt Kalzium und andere Bestandteile des Blutes (z. B. Fette) ablagern. Dadurch werden die Arterien nicht nur starrer und unbeweglicher, sondern nach und nach verschlossen. Diese Verengung der Blutgefäße erhöht zusätzlich den Widerstand gegen den Blutfluss und damit noch weiter den Blutdruck.

In Folge dieser Verengung muss das Herz häufiger schlagen und ständig mit voller Kraft pumpen. Je enger die Blutgefäße werden, umso höher steigt der Blutdruck. Die Mehrbelastung des Herzens führt zu einer Verdickung des Herzmuskels. Im Laufe der Zeit reicht die Blutzufuhr zum Herzen nicht mehr aus, um den vergrößerten Herzmuskel selbst mit Nährstoffen zu versorgen. Das Herz wird unterversorgt. Die Folge: Das Muskelgewebe wird in Bindegewebe umgewandelt, es kommt zu einer Herzerweiterung. In der Spätphase entwickelt sich eine Herzschwäche (Herzinsuffizienz). Das Herz kann schließlich schlapp machen und versagen.

Dieser Prozess, den hoher Blutdruck und Verkalkung der Blutgefäße (Arteriosklerose) auslösen, kann viele Schädigungen hervorrufen:

  • So werden alle Gefäße, nicht nur die Schlagadern (Arterien) – vor allem die Körperhauptschlagader (Aorta), die Herzkranz- und Hirngefäße – ganz erheblich in Mitleidenschaft gezogen. Durch zunehmende Ablagerung fett- und kalkhaltiger Substanzen verengen sie sich immer mehr, bis sie schließlich völlig verstopft sein können. Der vollständige Gefäßverschluss eines Herzkranzgefäßes kann schließlich den Herzinfarkt zur Folge haben.
  • Im Gehirn kann ein starres Blutgefäß unter dem großen Druck brechen und eine Gehirnblutung verursachen. Ein verstopftes Blutgefäß führt zum Hirninfarkt: dem Schlaganfall.
  • In die Organe gelangt zu wenig Blut, sie bekommen dadurch nicht genügend Sauerstoff. Bei den Nieren kann das eine Schädigung des Nierengewebes nach sich ziehen, die bis hin zum Nierenversagen gehen kann. Unter Umständen bedeutet das für den Patienten Dialyse (Blutwäsche) oder sogar Nierentransplantation.
  • Bei den Augen können Veränderungen der Netzhaut zur Erblindung führen.
  • Durch die Verengung der Gefäße kann es zu einer Mangelversorgung der Muskulatur mit Sauerstoff kommen. Durchblutungsstörungen in den Beinen beispielsweise bewirken oft schon nach kurzen Gehstrecken starke Schmerzen meist in der Wade. Schaufensterkrankheit nennen die Ärzte das, weil die Betroffenen an jedem Schaufenster stehen bleiben, bis die Schmerzen aufhören. Neben Muskelschmerzen können nicht heilende Geschwüre eine weitere unangenehme Folge sein. Bei einem Gefäßverschluss in den Beinen läßt sich manchmal eine Amputation nicht vermeiden (Raucherbein).

Dieses breite Spektrum der Erkrankungen, die in der Folge von Bluthochdruck auftreten können, hat einen hohen Preis: 40 Prozent der Todesfälle bei unter 65-Jährigen stehen in Zusammenhang mit Erkrankungen durch Bluthochdruck. Doch man kann dem entgegenwirken. Eine frühzeitige Behandlung ist deshalb äußerst wichtig. Moderne Arzneimittel können nicht nur den Blutdruck senken, sondern auch vor Organschäden schützen. Sie tragen damit zu langer Lebensfreude und einem guten Lebensgefühl bei.

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