 |
|
| Senioren: Normalisierung des Blutdruckes wichtig |
Mit dem Alter steigt der Blutdruck meist kontinuierlich
an. Bei manchen mehr, als gut ist: Etwa jeder zweite Erwachsene
über 60 Jahren leidet unter Bluthochdruck.
Doch was man allgemein als "Altershochdruck"
bezeichnet, ist nicht durch unseren biologischen Alterungsprozeß
vorprogrammiert. Ein Automatismus unter dem Motto "zunehmendes
Alter gleich hoher Blutdruck" besteht also nicht.
Die Gründe für den Bluthochdruck liegen
woanders. Beispielsweise darin, dass mit zunehmenden Alter in der
Regel die Anpassungsfähigkeit der Gefäße an den
Blutdruck abnimmt. Dieses trifft besonders auf die herznahen Gefäße
zu. Der fortschreitende Verlust der Gefäßelastizität
kann zu einem Ansteigen des systolischen Blutdruckes führen.
Dagegen bleibt der diastolische Blutdruck meistens weitgehend unverändert
oder erhöht sich nur in geringem Maße.
Weitere Gründe für die Verbreitung von
Bluthochdruck bei Senioren sind in unserer Lebensweise zu finden.
So begünstigt eine falsche Ernährung mit zuviel Kochsalz
und Fett die Entstehung von Bluthochdruck. Aber auch Rauchen und
übermäßiger Alkoholkonsum können dazu beitragen.
Genauso wie Übergewicht und zu wenig Bewegung. Und je länger
ein ungesunder Lebensstil auf den Körper einwirkt, um so höher
kann das Risiko für Bluthochdruck werden. Hinzu kommt, dass
mit zunehmendem Alter weitere Erkankungen auftreten können.
Beispielsweise hormonelle Probleme, Osteoporose und Arthrose. Einige
Medikamente gegen diese Krankheiten können den Blutdruck erhöhen
und über einen längeren Einnahme-Zeitraum eventuell auch
zu Bluthochdruck führen.
Der Bluthochdruck im Alter gehört in die Hände
des Arztes und behandelt. So sei die Normalisierung des Blutdrucks
auch und gerade im Alter wichtig, um Schäden an Herz, Gehirn,
Niere und Blutgefäßen zu vermeiden, erklärte der
Bonner Hochdruckspezialist Privatdozent Dr. med. Burkhard Weisser
in Druckpunkt, dem Magazin der Deutschen Hochdruckliga. Gerade ältere
Menschen würden von der Blutdrucknormalisierung besonders profitieren.
Allerdings kommt das anscheinend mit zunehmendem
Alter weniger Menschen zu Gute. Eine Studie (Social Trends, Office
of Population of Census and Surveys, London 1995) aus dem Jahre
1995 zeigt, dass Frauen und Männer im Alter bis 65 Jahre zu
etwa 11 bis 12 Prozent unbehandelt sind. Im Alter von 65 bis 74
Jahren steigt der Anteil schon auf 26 bzw. 27 Prozent. Und bei über
75-Jährigen liegt er bei 36 bzw. 38 Prozent.
|