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Kontroverse Debatte um Bluthochdruck-Zielwerte

Zahlreiche internationale Fachgesellschaften haben im letzten Jahr ihre Grenzwerte für Bluthochdruck gesenkt – zuletzt gegen Ende des Jahres 2017 die amerikanischen Experten. Viele Personen wurden so über Nacht zu behandlungsbedürftigen Bluthochdruck-Patienten. Die neuen Grenzwerte basieren auf einer Studie, die mit aufsehenerregenden Ergebnissen für Verwirrung bei Ärzten und Patienten sorgte. Vielleicht haben Sie schon von der aktuellen Diskussion um Grenzwerte gehört oder gelesen. In unserem heutigen Newsletter geben wir Ihnen einen kurzen Überblick zu den wichtigsten Fakten.

Auslöser der Diskussion: Die SPRINT-Studie 

Bisher galt ein oberer systolischer Wert von 140 mmHg als Grenze zu Bluthochdruck. Die Ergebnisse einer wissenschaftlichen Studie zur Blutdrucktherapie – die sogenannte SPRINT-Studie – geben nun Anlass diesen Grenzwert zu überdenken.80 Sie zeigen, dass niedrigere Werte (unter 120 mmHg) Bluthochdruck-Patienten besser vor Herzinfarkt, Schlaganfall und Herzschwäche schützen.81

Haben die neuen Empfehlungen Auswirkungen auf Ihre Behandlung?

Anlässlich dieser – auf den ersten Blick – eindrucksvollen Ergebnissen, fragen sich nun viele Bluthochdruck-Patienten, ob sie nicht auch von niedrigeren Blutdruckwerten profitieren können. Hier sollte man jedoch vorsichtig sein, denn bei näherer Betrachtung birgt die Studie einige Schwachstellen und die Ergebnisse lassen sich nicht auf alle Bluthochdruck-Patienten übertragen. In die Studie eingeschlossen waren nämlich nur Patienten mit einem erhöhten Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Auch erfolgten die Messungen zum Beispiel nicht durch ärztliches Fachpersonal und erst nach einer Ruhephase von fünf Minuten. Laut Experten der Deutschen Hochdruckliga e. V. (DHL) lassen sich die so ermittelten Werte nicht eins zu eins mit den auf übliche Weise gemessenen Werten vergleichen.80, 81 

Derzeit wird daher noch diskutiert, ob die neuen Empfehlungen auch in Deutschland übernommen werden. Die DHL hält an den bisherigen Zielwerten von unter 140/90 mmHg fest. Patienten mit erhöhtem Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen empfiehlt sie jedoch etwas niedrigere Grenzwerte (unter 135/80 mmHg).81, 82 Ob niedrigere Blutdruck-Werte für Sie in Frage kommen und wie diese erreicht werden können, besprechen Sie am besten mit Ihrem Arzt/Ihrer Ärztin. 

Was Bluthochdruck-Patienten aber auf jeden Fall aus der SPRINT-Studie lernen können: Es ist wichtig, dass Sie als Patient Ihren Blutdruck auch selbst kontrollieren. Häufig fällt der Messwert in der Arztpraxis nämlich höher aus, z. B. weil der Arztbesuch als Stressfaktor wahrgenommen wird.81 

Niedrigere Zielwerte = mehr Tabletten?

Niedrigere Bluthochdruck-Werte sind häufig mit einer zusätzlichen Tabletteneinnahme verbunden: Im Schnitt benötigten die Studienteilnehmer rund eine Tablette mehr, um den niedrigeren Zielwert zu erreichen.80, 81 Die Einnahme mehrerer Tabletten pro Tag fällt allerdings nicht immer leicht.83 Abhilfe könnte hier eine sogenannte Kombinationstherapie bieten, bei der mehrere Wirkstoffe in einer Tablette enthalten sind. Ob eine solche Kombinationstherapie für Sie in Frage kommt, kann Ihnen Ihr behandelnder Arzt mitteilen.

  1. The SPRINT Research Group. N Engl J Med 2015; 373:2103-2116.
  2. Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL. Deutsche Hochdruckliga hält an moderaten Zielwerten fest. Pressemeldung vom 12.09.2017.
  3. Deutsche Hochdruckliga e. V. DHL. Deutsche Hochdruckliga prüft die aktualisierte Leitlinie der ACC/AHA. Pressemeldung vom 16.11.2017.
  4. Hagendorff A et al. Adv Ther. 2013; 30(4):406-19.
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