Stetoskop und ein rotes Herz auf blauem Hintergrund

Laboruntersuchungen und weitere Untersuchungen

Bluthochdruck kann die Gefäße und Organe in Mitleidenschaft ziehen. Ob dies bereits der Fall ist, kann durch spezielle Untersuchungen diagnostiziert werden.

Laboruntersuchungen

Ihr Arzt kommt den Ursachen und Folgeschäden des Bluthochdrucks auf die Spur, indem er Blut und Urin untersucht. Die Ergebnisse geben Hinweise auf zusätzliche Risikofaktoren und lassen erkennen, ob es durch den hohen Blutdruck bereits zu Folgeschäden an Herz und Nieren gekommen ist oder ob Begleiterkrankungen, wie z. B. Diabetes, vorliegen.

Anhand einer Blutuntersuchung ("Großes Blutbild") kann der Arzt unter anderem überprüfen, ob z. B. Blutfette, Harnsäure und Blutzucker erhöht sind.
Bei einer Urinuntersuchung wird der Harn in erster Linie auf Eiweiß und Zucker analysiert. Ein erhöhter Eiweißwert deutet beispielsweise auf eine Nierenschädigung hin.

Einige wichtige Normalwerte:1,2,3

 Blut:

  • Gesamtcholesterin: < 200 mg/dl
  • HDL-Cholesterin: > 40 mg/dl (1,03 mmol/l) bei Männern
  • HDL-Cholesterin: > 45 mg/dl (1,16 mmol/l) bei Frauen
  • LDL-Cholesterin: > 160 mg/dl (4,2 mmol/l) wenn kein oder nur ein zusätzlicher Risikofaktor vorliegt
  • LDL-Cholesterin: >130 mg/dl (3,4 mmol/l) wenn zwei oder mehr zusätzliche Risikofaktoren vorliegen
  • Nüchternblutzucker: < 100 mg/dl (5,6mm/l)

Urin:

  • Eiweiß: < 200 mg/d

Weitere Untersuchungen

Besteht der Verdacht auf Gefäßveränderungen,wird Ihr Arzt nach sorgfältiger Abwägung Ihrer individuellen Situation ggf. weitere Untersuchungen initiieren.

Dazu können gehören:

  • Belastungs-EKG (Fahrrad-Ergometer).
    Hierbei wird kontrolliert, wie sich der Blutdruck (die Herztätigkeit) bei Anstrengung verhält. Oft zeigt sich erst bei einer erhöhten Belastung des Organismus eine Minderdurchblutung.
  • Ultraschalluntersuchung (Sonographie). Gefäßveränderungen wie Ablagerungen und Verengungen, z. B. im Bereich der Beine oder des Halses, können anhand einer Ultraschalluntersuchung sichtbar gemacht werden. Die Ultraschalluntersuchung des Herzens bezeichnet man als Echokardiographie. Sie gibt dem Arzt Auskunft darüber, ob sich die Herzwand durch den hohen Druck des Blutes bereits verdickt hat und über die Bewegungsabläufe der Herzklappen. Ultraschalluntersuchungen der Nieren zeigen, ob diese vergrößert oder verkleinert sind, was auf Schädigungen der Niere hinweist.
  • Röntgenuntersuchung (Angiographie).
    Gefäße werden mit Hilfe von Kontrastmitteln sichtbar gemacht, wodurch Gefäßveränderungen erkennbar sind. Wird die Untersuchung an herznahen Gefäßen durchgeführt, nennt man sie Koronarangiographie. Ein häufig angewendetes Verfahren zur Darstellung von Herz und Herzkranzgefäßen ist die Herzkatheter-Untersuchung. Die Computertomographie (CT), die in einer Röntgenröhre durchgeführt wird, liefert Querschnittsbilder verschiedener Abschnitte des Körpers.
  • Mit der Magnetresonanztomographie (MRT, auch Kernspintomographie) können Blutgefäße sichtbar gemacht werden. Dies geschieht mit Hilfe von Magnetfeldern und Radiowellen.

 

 

 

  1. www.internisten-im-netz.de (letzter Zugriff 09.04.2021)
  2. Cholesterin-Ratgeber. Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung von Fettstoffwechselstörungen und ihren Folgeerkrankungen DGFF (Lipid-Liga) e.V. (Hrsg), 5. Auflage 2014
  3. Patienten-Leitlinie zur Nationalen Versorgungsleitlinie „Therapie des Typ-2-Diabetes!, 1. Aufl. (1), Juni 2015
  4. Bildquelle: Adobestock - vladimirzuev